Rede es dir von der Seele

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Status: In Progress  |  Genre: Religion and Spirituality  |  House: Booksie Classic
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ich habe mir diesen account erstellt weil ich mir dachte, dass ich sicher nicht die einzige bin die sich so fühlt. nicht die einzige die sich in einer welt in der frauen als objekte gesehen werden und zweitrangig sind wenn sie nicht den vorstellungen der medien entsprechen. ich wollte einfach nur reden, bzw schreiben. naja muslimische frauen oder mädchen haben meist keine zufluchtsperson mit der sie sich über alle probleme und den zwiespalt in der sie sich befinden unterhalten können. so sehr ich fest davon überzeugt bin, dass man zwar nach klarheit und hilfe bei gott fragen soll und zu ihm beten soll , denke ich auch man muss sich gleichgesinnte finden und sich den kummer einfach mal vor der seele reden. ich hoffe es gefällt euch... und ich kann helfen.

Submitted: May 23, 2017

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Submitted: May 23, 2017

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Rede es dir von der Seele, 

Hi, ich bin Jueyriyah. Bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, habe hier meine Schule beendet und studiere gerade. Ach ja und ich bin eine Muslima, eine Muslima ,die das Hijab trägt, mit stolz. Was nicht heißen soll, dass ich mit den deutschen Gesetzten und Wertvorstellungen nicht einverstanden bin. Das bin ich sogar sehr. Aber zugleich kann ich zu allem was im Quran steht nur nicken. So viel dazu. Ich schreibe hier weil ich mir sagen lassen habe, dass schreiben oder reden therapeutisch wirken kann. Nein ich bin nicht verrückt und reif für die Psychatrie, aber ich lebe in einer Gesellschaft in der ich mich so wohl fühle aber auch so fremd und am falschen Ort. " Dann verpiss dich doch in deine Heimat, wo du unterdrückt lebst, zurück!" - musste ich mir mal anhören. Aber meine Heimat ist hier, hier fühle ich mich wohl , wenn ich im Ausland bin sage ich Zuhause ( in Deutschland) ist es doch am schönsten . Hier bin ich sicher und an Deutschland hängt mein Herz. Trotzdem fehlt mir was, trotzdem sitze ich dauerhaft in einem Käfig , beobachtet und gemustert von der Gesellschaft die mir doch so am Herzen liegt. Mit diesem Artikel will ich kein Mittleid ergattern, aber Einblick in meine Welt gewähren und zugleich Frauen kennenlernen die in meinen Erfahrungen auch einbisschen ihre sehen.

Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich bis heute noch nicht Opfer krimineller (physischer) Übergriffe geworden bin. Bis jetzt waren sie nur psychischer Natur. Manchmal von Männern aber leider auch sehr oft von Frauen. Gemobbt wurde ich nie, ich bin in meiner Klasse immer beliebt gewesen, aber auch nur weil ich relativ schlagkräftig bin und kein Blatt vor den Mund nehme. Trotzdem werde ich immer,egal wie selbstbewusst ich auftrete, immer auf das eine reduziert auf mein Kopftuch. "Ach das arme Mädchen muss das Kopftuch tragen, dabei wäre sie doch so schön ohne das Ding" , " Darfst du selbst entscheiden was du studierst?" , " Für dich ist eine vier in Deutsch doch nicht so schlimm, oder ?", " Wieso quälst du dich denn so durch die Schule, bei euch arbeiten doch am Ende eh nur die Männer!" 

Mein Kopftuch ist für viele in unserer Gesellschaft ein Indiz für Unterdrückung und freiwilliger Unterordnung in einer freien Welt. Wenn unsere Gesellschaft so frei ist wie sie sich gibt, wieso ist es dann normal und gilt als modern wenn Frauen halbnackt rumlaufen, sich die Haare abrasieren, sich tätowieren und piercen lassen? , also mit ihrem Aussehen machen was sie wollen und der Öffentlichkeit zeigen was sie wollen. Aber wenn ich, so wie Millionen andereFrauen auf diesem Planeten, mich dazu entscheide mich zu bedecken und eben nur mein Gesicht, Hände und Füße zeige gilt das als Unterdrückung und man rät mir mich anders zu kleiden. Ich werde zum Außenseiter in der freien Welt, die für alle frei ist außer für mich und mein Hijab. Ich fühle mich wie im Zoo und unter konstanter Beobachtung von Menschen die Gründe für Ihre Vorrurteile suchen. All meine Gesten, meine Mimik und meine Worte sind Argumente gegen mich. Verhalte ich mich launisch und unnahbar bin ich wahrscheinlich ohne elterliche Liebe aufgewachsen unter streng religiöser Aufsicht, aber dass ich heute vielleicht einfach nur meine Tage habe, so wie jede zweite Frau auch, und ich deshalb launisch bin kann natürlich nicht sein. Verhalte ich mich schüchtern und zurückhaltend, wurde mir zuhause nie gesagt dass ich etwas gut mache nur meine Brüder wurden für all ihre Erfolge gelobt und deswegen denke ich nun von mir selbst ich wäre es nicht wert gelobt zu werden, aber natürlich ist das nicht nur einfach meine Art und ich bin einfach nur introvertiert wie millionen andere auf dieser Welt, nein ich habe zuhause Ungerechtigkeit erfahren und leide jetzt unter den Folgen... 


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